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Gesamtstrategie „Fach- und Arbeitskräftesichern für Hessen“

"Der Fach- und zunehmend auch der Arbeitskräftemangel betreffen bereits alle Regionen Hessens. Bis 2030 wird vor allem durch das Ausscheiden der Babyboomer ein Mangel von 240.000 Fachkräften prognostiziert. Fach- und Arbeitskräfte zu sichern, ist eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen.

Die Hessische Landesregierung nimmt sich dieser Zukunftsaufgabe gemeinsam mit Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft an und gestaltet den Wandel aktiv. Ziel ist ein wirtschaftsstarkes und soziales Hessen."

Gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe „Fach- und Arbeitskräftesicherung in Hessen“

Zusätzlich zu Fach- und Arbeitskräftemangel verändern sich Wirtschafts- und Arbeitswelt. Ein zukunftsfähiges Hessen braucht eine aktive Gestaltung des Wandels in Wirtschaft, Arbeitswelt und Verwaltung – um langfristigen Trends wie dem demografischen, ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Wandel, der Digitalisierung, der Dekarbonisierung und der Energie- und Mobilitätswende ebenso wie kurzfristigen Ereignissen wie Pandemien oder Kriegen zu begegnen.

Gemeinsam mit den zentralen Akteuren arbeitet die Hessische Landesregierung fortlaufend an dieser gesamtgesellschaftlichen Zukunftsaufgabe. Dabei geht es darum, Fach- und Arbeitskräfte zu entwickeln, zu finden, sie zu binden und zu halten. Handlungsleitend ist, dass die Fach- und Arbeitskräftesicherung wirtschaftsnah passiert, dass sie regionalspezifisch und an den Lebensphasen der Menschen orientiert ist, um möglichst kein Fach- und Arbeitskräftepotenzial ungenutzt zu lassen und im Zusammenwirken aller gemeinsam dem Mangel zu begegnen.

Hessische Fach- und Arbeitskräftestrategie

Die Hessische Landesregierung hat die Fach- und Arbeitskräftesicherung zu einem Schwerpunkt ihrer Regierungsarbeit erklärt. Sie setzt dabei auf einen strategischen Maßnahmenmix aus Bildung, potenzialorientierter Arbeitsmarktpolitik, Internationalisierung und der Attraktivität Hessens. Angesichts der großen Transformation, begrenzter Ressourcen und geringer werdender Finanzspielräume auf allen Ebenen gilt dieser bisherige umfassende Gesamtansatz Hessens fort und wird dadurch ergänzt, dass sich das Handeln auf vier zentrale Handlungsfelder fokussiert: Inlandspotenziale, Auslandspotenziale, Betriebe, Regionen.

Die Fachkräfte- und Arbeitskräftesicherungsstrategie des Landes hat das Ziel, die Bekämpfung des Fach- und zunehmenden Arbeitskräftemangels so zu gestalten, dass der Wohlstand und die Lebensqualität für die Menschen aller Generationen in Hessen erhalten beziehungsweise verbessert werden und Hessen weiterhin zum Wirtschaften, Arbeiten, Lernen und Leben attraktiv ist.

Das Land sichert die Beschäftigungsfähigkeit von Menschen nachhaltig, unterstützt Arbeitgeber dabei, Personal zu beschaffen und zu binden und stärkt die Regionen. Konkrete Elemente sind:

  • Arbeits-, Fach- und Führungskräfte aus dem In- und Ausland zu gewinnen,
  • Personal zu sichern, alter(n)sgerechte Arbeitsplätze zu schaffen und
  • die Attraktivität Hessens, seiner Regionen und Arbeitgeber zu fördern.

Allein, aber auch zusammen mit Partnern setzt das Land eine Vielzahl an Maßnahmen und Initiativen zur Fach- und Arbeitskräftesicherung um: Die Stabsstelle Fachkräfte für Hessen im Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales ist auf Landesebene zentrale Anlaufstelle für dieses ressortübergreifende Thema, treibt Initiativen zur Fach- und Arbeitskräftesicherung im Wandel von Wirtschaft und Arbeitswelt voran und unterstützt die Akteure in Hessen aktiv.

Von November 2023 bis Dezember 2024 wurde beispielsweise gemeinsam mit dem Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur der Goethe-Universität Frankfurt am Main (IWAK) in einem Reallabor im Main-Kinzig-Kreis ein regionales Transformationsmonitoring als Basis evidenzbasierter Fach- und Arbeitskräftesicherung mit regionalen Akteuren entwickelt und erprobt.

Aktuelle Beispiele sind unter anderem:

  • der neue Zukunftskonvent Fach- und Arbeitskräfte für Hessen,
  • die Hessische Fach- und Arbeitskräfteinitiative „Zukunftsgerecht und regional“,
  • die WELCOMECENTER Mittelhessen und Nordhessen,
  • der Integrationsbonus,
  • die vierte Auflage des Hessischen Lohnatlas‘ und
  • der Hessische Fachkräftepreis.

Zukunftskonvent Fach- und Arbeitskräfte Hessen

Im März 2025 hat sich der gesamtgesellschaftliche „Zukunftskonvent Fach- und Arbeitskräfte für Hessen“ unter dem Vorsitz der Arbeits- und Sozialministerin konstituiert. Die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit ist seit 2011 in die Entwicklung einer Strategie zur Fach- und Arbeitskräftesicherung involviert und hat den stellvertretenden Vorsitz inne. Im Zukunftskonvent haben sich 38 Organisationen aus Landesregierung, Wirtschaft, Gewerkschaften, Verwaltung, Arbeitswelt, Wissenschaft, Regionen und Gesellschaft in die direkte Mitverantwortung begeben und arbeiten vereint an gemeinsamen Lösungen. Vier Fachgruppen beschäftigen sich dabei mit den Themen Fachkräfteeinwanderung, Übergang Schule, Ausbildung & Beruf, Vereinbarkeit von Familie, Pflege & Beruf sowie Weiterbildung.

Regionale Komponente der Fach- und Arbeitskräftestrategie

In Hessen besteht Prognosen zufolge im Zeitraum von 2023 bis 2030 ein Mangel von 160.000 Fachkräften mit Berufsabschluss und 80.000 Fachkräften mit Studienabschluss. Andererseits gibt es einen Überschuss von 17.000 Arbeitskräften ohne formalen Berufs- oder Studienabschluss. Die regionalen Unterschiede sind groß: Während in ländlichen Regionen beruflich Qualifizierte fehlen, sind es in den Großstädten eher Akademikerinnen und Akademiker. Bei Arbeitskräften ohne formalen Abschluss herrscht in vielen ländlichen Regionen ein Mangel.

Da Fach- und Arbeitskräftesicherung vor Ort in den Regionen, Betrieben, Unternehmen, Einrichtungen und Verwaltungen stattfindet, hat die Hessische Landesregierung die Fach- und Arbeitskräfteinitiative „Zukunftsgerecht und regional“ ins Leben gerufen. Sie richtet sich speziell an die Verantwortlichen in den 26 Landkreisen sowie kreisfreien Städten und arbeitet eng mit den kommunalen Wirtschaftsförderungen zusammen.

Im Rahmen der Initiative werden die Regionen bei ihren Maßnahmen und Aktivitäten zur nachhaltigen Sicherung von Fach- und Arbeitskräften praxisorientiert unterstützt und gestärkt durch:

  • Prognosen für Hessen und für alle 26 hessischen Landkreise und kreisfreien Städte
  • regionale Zukunftswerkstätten zur intraregionalen Strategieentwicklung/-sicherung
  • gezielte interregionale Vernetzung.

Abgerundet wird das Unterstützungsangebot der Hessischen Landesregierung durch das nutzerfreundliche Onlineportal www.hessische-berufsprognosen.de.

WELCOMECENTER Hessen mit neuen Standorten in Mittel- und Nordhessen

Darüber hinaus hilft das WELCOMECENTER Mittelhessen in Wetzlar dabei, internationales Personal zu gewinnen und zu sichern. Zusammen mit der IHK Lahn-Dill, der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH und der Bundesagentur für Arbeit wurde es im Sommer 2025 eröffnet. Das WELCOMECENTER ist eine zentrale Anlauf-, Service- und Beratungsstelle für internationale Arbeits-, Fach- bzw. Führungskräfte, Auszubildende und Studierende und deren Familien in der Region. Es unterstützt außerdem Unternehmen, Betriebe und Verwaltungen bei der betrieblichen und sozialen Integration internationalen Personals. Das WELCOMECENTER Mittelhessen, gemeinsam mit dem bereits bestehenden WELCOMECENTER Frankfurt-Rhein-Main in Frankfurt am Main und dem geplanten WELCOMECENTER Nordhessen in Kassel, ist ein starkes Signal hessischer Willkommenskultur und eine wichtige Willkommensstruktur in Hessen.

Hessischer Lohnatlas

Der Lohnatlas schafft Transparenz zur Entgeltgerechtigkeit in Hessen und seinen Regionen. Mit differenzierten und wissenschaftlich fundierten Daten bietet er eine solide Basis für die Regionen, Branchen und die Landesebene für zielgerichtetes Handeln. Der Hessische Lohnatlas ist bei der Stabsstelle Fachkräfte für Hessen verortet. Damit kann der Zusammenhang zwischen Fach- und Arbeitskräftesicherung und die Verbesserung der Entgeltlage von Frauen noch besser erfasst und die Ausschöpfung der Potenziale von Frauen im Zusammenspiel beispielsweise mit den Sozialpartnern und den Regionen noch besser unterstützt werden.

Hessischer Fachkräftepreis

Der Hessische Fachkräftepreis wird 2025 erstmals verliehen und konzentriert sich auf die Ausschöpfung des Fachkräftepotenzials innerhalb Deutschlands. Unternehmen, die innovative und praxistaugliche Maßnahmen zur Fachkräftesicherung entwickelt und umgesetzt haben, konnten sich in einer von drei Kategorien bewerben.

Weitere Informationen

Themenseite Fach- und Arbeitskräftesicherung in Hessen
www.work-in-hessen.de

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