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Fachkräfte: Wie lässt sich das Erwerbspersonenpotenzial besser ausschöpfen?
Demografisch bedingt wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter bis 2035 deutlich zurückgehen. Angesichts des bereits heute spürbaren Fachkräftemangels sind Ansätze zur besseren Ausschöpfung des Erwerbspersonenpotenzials von zentraler Bedeutung.
Aktuelle Fakten und Forschungsergebnisse im Überblick.
In Deutschland waren im Jahr 2024 rund 46,1 Millionen Menschen erwerbstätig, so viele wie noch nie. Auch die Arbeitszeit pro Kopf liegt mit annähernd 29 Stunden pro Woche auf dem höchsten Niveau seit der Wiedervereinigung. Dennoch fehlen in vielen Regionen und Berufen Fachkräfte. Mit dem Übergang der Babyboomer in den Ruhestand verliert der Arbeitsmarkt in den nächsten 15 Jahren fast ein Drittel der heutigen Erwerbspersonen und jüngere Altersgruppen können diese Verluste zahlenmäßig nicht ersetzen. Dieser Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter dürfte den Fachkräftemangel daher weiter verschärfen.
Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) hat auf Basis aktueller Forschungsprojekte beispielhaft Ansätze identifiziert, wie sich der demografisch bedingte Rückgang an Erwerbspersonen auffangen ließe. Eine szenariobasierte Vorausberechnung zeigt, welche konkreten Potenziale bestehen und wie diese zur Stabilisierung des Arbeitskräfteangebots beitragen können. Zudem wurden verschiedene Szenarien berechnet, um die mögliche Entwicklung des Erwerbsvolumens bis 2035 entwickeln darzustellen.

„Das Erwerbspotenzial der in Deutschland lebenden Männer und Frauen ist noch lange nicht ausgeschöpft“, fasst Prof. Dr. C. Katharina Spieß, Direktorin des BiB, die Ergebnisse des BiB zusammen. Gerade bei Frauen, und hier insbesondere bei Müttern, bestehen erhebliche Spielräume, die etwa durch ungedeckte Bedarfe bei der Kindertagesbetreuung eingeengt werden. Auch bei Frauen mit Zuwanderungsgeschichte können durch vereinfachte Anerkennung von Berufsabschlüssen zusätzliche Chancen erschlossen werden. Schutzsuchende aus der Ukraine bringen zudem Qualifikationen mit, die in vielen Engpassberufen dringend gebraucht werden. Darüber hinaus eröffnen eine steigende Lebenserwartung und unterschiedliche Pläne zum Renteneintritt Möglichkeiten für eine längere Erwerbstätigkeit. Maßnahmen, die die verschiedenen skizzierten Potenziale fördern, können dabei helfen, die Arbeitsmarktintegration zu stärken und Fachkräftelücken nachhaltig zu reduzieren.
Weitere Informationen
Forschungsprojekt „Erwerbspotenziale in Zeiten des Fachkräftemangels“ des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung
Sonderseite des Statistischen Bundesamtes zum Thema „Fachkräfte“