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Vielfalt der Beschäftigten in der Bundesverwaltung
In der Bundesverwaltung ist der Anteil älterer Beschäftigter hoch. Mit dem Ruhestand der Babyboomer-Generation steht der öffentliche Dienst vor großen Herausforderungen. Gleichzeitig hat sich Deutschland zu einem der weltweit wichtigsten Einwanderungsländer entwickelt. Wie vielfältig ist die Bundesverwaltung heute und wie zufrieden sind die Beschäftigten?
Aktuelle Fakten und Forschungsergebnisse im Überblick.
Herausforderungen und Chancen im öffentlichen Dienst
Die Personalsituation im öffentlichen Dienst ist stark vom demografischen Wandel geprägt. Neben den vergleichsweise vielen älteren Beschäftigten gibt es immer weniger jüngere Menschen, die nachrücken können, weil die ins erwerbsfähige Alter nachrückenden Jahrgänge kleiner sind. Der bevorstehende Generationswechsel verändert die Personalstrukturen und eröffnet zugleich Chancen, bislang unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppen für eine Tätigkeit in der Verwaltung zu gewinnen und von deren Potenzial zu profitieren.

Altersstruktur der Bundesbeschäftigten im Vergleich zu allen Erwerbstätigen, 2023
Daten zu Beschäftigten in der Bundesverwaltung
Der „Diversität und Chancengleichheit Survey 2024“ (DuCS 2024) des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) liefert als zentrale und repräsentative Beschäftigtenbefragung umfassende Informationen zur Vielfalt des Personals in der Bundesverwaltung. Darüber hinaus richtet er den Blick auch auf Zugangs- und Karrierechancen von Ostdeutschen und bietet damit einen aktuellen Überblick über bestehende Unterschiede, Potenziale und Herausforderungen für die Diversität und Chancengleichheit im öffentlichen Dienst des Bundes.
„Diversität und Chancengleichheit Survey 2024“ (DuCS 2024) auf einen Blick
- zentral organisierte Online-Beschäftigtenbefragung in der Bundesverwaltung (Mai–Juni 2024) mit über 50.000 realisierten Interviews (Ausschöpfungsquote: 34,7 Prozent)
- Teilnahme von 73 der 104 relevanten Behörden, in denen 65,3 Prozent aller Beschäftigten der unmittelbaren Bundesverwaltung tätig sind
- repräsentative Daten zur Arbeitssituation der Beschäftigten und zur migrationsbezogenen Diversität des Personals
- erstmals Möglichkeit zum Vergleich zeitlicher Entwicklungen der Diversität in der Bundesverwaltung anhand der Vorgängerbefragung DuCS 2019
Arbeitszufriedenheit, Vielfalt und Handlungsbedarf
Trotz wachsender Vielfalt spiegelt die Bundesverwaltung die Zusammensetzung der erwerbsfähigen Bevölkerung nur teilweise wider. Der Anteil der Beschäftigten mit Migrationshintergrund ist in den letzten fünf Jahren um 3,1 Prozentpunkte auf 16,2 Prozent gestiegen. In der erwerbsfähigen Bevölkerung liegt dieser Anteil bei 31,9 Prozent.
Positiv hervorzuheben ist, dass sich Beschäftigte mit und ohne Einwanderungsgeschichte in ihrer Arbeitszufriedenheit, ihren Karrierechancen und ihrer Erwerbssituation kaum unterscheiden. Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte sind insgesamt sogar etwas zufriedener mit ihrer Arbeit, berichten aber häufiger von Diskriminierungserfahrungen und denken öfter über einen Jobwechsel nach.
Entscheidend für Zufriedenheit und Bindung sind vor allem passende Tätigkeiten, gute Aufstiegschancen und ein unterstützendes Arbeitsumfeld. Gleichzeitig sehen 44 Prozent der Beschäftigten in mindestens einem Bereich deutlichen Handlungsbedarf, um Vielfalt zu fördern und Diskriminierung in ihrer Behörde abzubauen.
Zugangs- und Karrierechancen von Ostdeutschen in der Bundesverwaltung
35 Jahre nach der Wiedervereinigung sind Ostdeutsche in der Bundesverwaltung mit fast einem Viertel aller Beschäftigten gut vertreten – in Führungspositionen jedoch seltener. Der Anteil ostdeutscher Beschäftigter mit Personalverantwortung im höheren Dienst liegt bei 15,8 Prozent in der Bundesverwaltung. Während 78,7 Prozent der Führungspositionen durch gebürtige Westdeutsche besetzt sind. „Der bevorstehende Ruhestand vieler Führungskräfte und die zunehmende Ansiedlung von Bundeseinrichtungen in Ostdeutschland bieten die Chance, die Repräsentation ostdeutscher Beschäftigter weiter zu verbessern“, erklärt Sophie Straub vom BiB und Mitautorin der Studie.
Weitere Informationen
Publikation „Teilhabe in der Bundesverwaltung“
Publikation „Zugangs- und Karrierechancen von Ostdeutschen in der Bundesverwaltung“