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Neue Projekte der Förderrichtlinie Demografie in Sachsen (Förderperiode 2026)
Der demografische Wandel sollte nicht ausschließlich als Problem, sondern auch als Chance verstanden werden. Er eröffnet Möglichkeiten für Fortschritt und gibt den sächsischen Städten und Gemeinden Impulse für ihre zukünftige Ausrichtung. Mit der Förderrichtlinie Demografie werden gezielt zukunftsorientierte Ideen unterstützt und dabei die Menschen vor Ort unmittelbar in die Gestaltung des demografischen Wandels mit eingebunden. Auf diese Weise können dem ländlichen Raum neue Perspektiven gegeben, kleine Städte und Gemeinden gestärkt und der ländliche Raum als Lebensort attraktiv gestaltet werden.

Mit dem Landesprogramm Demografie wurden aufgrund der demografischen Veränderungen passgenaue Impulse durch regionale Lösungen vor Ort gesetzt. Seit der Einführung des Programms im Jahr 2007 wurden in Sachsen rund 271 Projekte mit insgesamt circa 12 Millionen Euro bewilligt. Die Mittel für die Projektförderung werden auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes zur Verfügung gestellt.
Projekte der Förderperiode 2026
Erarbeitung eines Grobkonzeptes (Teil A) zur Entwicklung der städtischen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels (Großenhain)
Im Laufe des Projekts wird eine konzeptionelle Studie erstellt, die vor dem Hintergrund des demografischen Wandels bestehende Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungseinrichtungen in Großenhain untersucht und bewertet. Gemeinsam mit lokalen Akteuren und weiteren Kooperationspartnern werden daraus integrierte Entwicklungsansätze und konkrete Maßnahmen abgeleitet. Ziel ist es, eine tragfähige Grundlage für zukünftige Standort- und Investitionsentscheidungen in Hinblick auf Bildungs- und Betreuungseinrichtungen zu schaffen. Das Projekt soll einen Grundstein für die langfristige Sicherung und Weiterentwicklung des Standortes Großenhain legen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen über die Kommune hinaus nutzbar gemacht werden und Impulse für andere ländliche Regionen in Sachsen sowie für die inter-kommunale Zusammenarbeit geben.
Jonsdorf bewegt Generationen – Mobilität und Bildung für ein junges Dorf mit Zukunft (Jonsdorf)
Durch die Anschaffung eines Bürgerbusses, die Einrichtung von Mitfahrbänken sowie durch den Aufbau eines Demografiebüros als Koordinations- und Anlaufstelle soll die Mobilität und Vernetzung aller Generationen im Kurort Jonsdorf gestärkt werden. Als Ergänzung werden interkommunale Kooperationen und ein regelmäßiger Austausch zwischen Kommunen, Institutionen und Unternehmen praktiziert. Ebenfalls sollen Pilotprojekte durchgeführt werden wie beispielsweise Willkommenspakete für Zugezogene oder die Etablierung von ehrenamtlichen Seniorenlotsen. Ziel ist es, vor allem Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen einen besseren Zugang zu Bildungs-, Freizeit- und Versorgungsangeboten zu ermöglichen und die Bindung von Familien und Fachkräften an die Region zu stärken.
Grünhain-Beierfeld 2040 – zukunftsorientiert im Wandel (Grünhain-Beierfeld)
Mit dem Projekt „Grünhain-Beierfeld 2040 – zukunftsorientiert im Wandel“ erarbeitet Grünhain-Beierfeld eine mittel- und langfristige Demografiestrategie als Leitfaden für die Stadtentwicklung bis zum Jahr 2040. Dabei werden Ziele, Handlungsbedarfe und Lösungsansätze für zentrale Bereiche wie Wirtschaft und Tourismus, Verkehr und technische Infrastruktur, Soziales sowie Umwelt- und Klimaschutz definiert. Darauf aufbauend sollen Schlüsselprojekte umsetzungsreif entwickelt und Bürgerinnen und Bürger kontinuierlich am Prozess beteiligt werden.
Koordinierungsstelle demografischer Wandel in Diera-Zehren (VHS Meißen e. V.)
In Diera-Zehren soll eine Koordinierungsstelle eingerichtet werden, um lokale Akteure wie Vereine, Ehrenamtliche und Unternehmen besser zu vernetzen und weiterzubilden. Ziel ist es, Ressourcen und Potenziale der Gemeinde zu bündeln, das Gemeindeleben zu revitalisieren und Diera-Zehren generationsübergreifend noch attraktiver zu gestalten. Dafür werden nachhaltige Netzwerkstrukturen aufgebaut, regelmäßige Treffen organisiert sowie neue Formate wie ein Vereinsfest und ein Ehrenamtspreis eingeführt. Die geschaffenen Strukturen sollen über die Förderphase hinaus bestehen bleiben und das Engagement vor Ort stärken.
Kreba-Neudorf „Entdecke wo du lebst“ (Kreba-Neudorf)
Um dem Rückgang an ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in den Vereinen in Kreba-Neudorf entgegenzuwirken, soll das kulturelle Erbe der Gemeinde lebendig gehalten und die Bürgerinnen und Bürger, insbesondere junge Menschen und neu Zugezogene, für Traditionen und Ehrenamt begeistert werden. Für den generationenübergreifenden Ansatz sollen sowohl die Grundschule als auch ältere Generationen eingebunden werden. Eine neu zu gründende Arbeitsgruppe wird die Geschichte des Sommer-, Sport- und Parkfestes aufarbeiten, Chronikmaterial sichten und die Ergebnisse zum kommenden Fest präsentieren. Die Ergebnisse werden durch weitere Veranstaltungen, Informationstafeln, Broschüren und eine App einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Projekt wird nach der Förderperiode vom Heimatverein fortgeführt und die Chronik kontinuierlich ergänzt.
Stadt raus – Land rein – Willkommen in der Gemeinde Trossin (Trossin)
Die Gemeinde Trossin will im Rahmen dieses Projekts dem demografischen Wandel aktiv begegnen und sich als lebenswerter Wohn- und Arbeitsort stärken. Das Projekt hat zum Ziel, junge Menschen, Familien und Jungunternehmer für das Landleben zu begeistern. Als Strategie sollen geeigneter Wohnraum und Grundstücke in einer Datenbank erfasst, Informationsangebote für Neuankömmlinge bereitgestellt und Projekte zur Stärkung des Gemein-schaftslebens gefördert werden. Die Dorfgemeinschaft soll gestärkt und attraktive Lebens- sowie Arbeitsbedingungen geschaffen werden. Die im Projekt zu erstellende Datenbank soll dauerhaft von einem ehrenamtlichen Arbeitskreis fortgeführt werden, der als zentrale Anlaufstelle dient.