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Konzertierte Aktion Pflege Saar (KAP Saar)

Die Konzertierte Aktion Pflege Saar wurde 2022 ins Leben gerufen und verfolgt das Ziel, den Pflegeberuf attraktiver zu machen und mehr Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen. Bis 2030 sollen insgesamt 4.000 zusätzliche Pflegekräfte im Saarland akquiriert werden.

Grundlage der Konzertierten Aktion Pflege Saar ist der hohe Mangel an Fachkräften in der Pflege, der eine optimale Versorgung pflegebedürftiger Menschen gefährdet.

Über 360 Personen, die mit dem Thema Pflege zu tun haben oder selbst in der Pflege beschäftigt sind, arbeiten in fünf Arbeitsgruppen zusammen. Dort werden notwendige Maßnahmen vereinbart und umgesetzt. Begonnen wurde im sogenannten „World Café“-Modus. An den Tischen saßen Pflegekräfte, Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter, Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer, Direktorinnen und Direktoren, Präsidentinnen und Präsidenten und viele weitere Interessierte ganz kunterbunt gemischt. 

Aus dieser ungewöhnlichen Kombination haben sich viele ehrliche und gute Diskussionen entwickelt. Diese wurden anschließend als Maßnahmen verschriftet. Und nicht nur das: Die Bänder innerhalb und zwischen den Berufsgruppen, die sich damals bildeten, bestehen bis heute. Sie zeigen, wie wichtig der Austausch auf Augenhöhe ist, wenn es darum geht, Verbesserungen anzustoßen. 

Ziele

  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen
  • Stärkung der Ausbildung
  • Steigerung der Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Förderung der Anwerbung und Integration internationaler Pflegekräfte und -auszubildender
  • Stärkung der hochschulischen Pflegeausbildung Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung sonstiger medizinischer Berufe
  • Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung sonstiger medizinischer Berufe

Was hat die „KAP Saar“ bisher erreicht?

  • Überarbeitung der „Berufsordnung für Pflegefachkräfte im Saarland“ zur Stärkung des Pflegeberufs
  • Beschleunigung der internationalen Fachkräfteanwerbung und finanzielle Förderung der Anwerbung internationaler Pflegepersonen

    Die demografische Entwicklung in unserem Land macht es unbedingt erforderlich, Pflegepersonal im Ausland anzuwerben.

    Insbesondere ambulante Dienste und Pflegeeinrichtungen können den für eine Anwerbung im Ausland erforderlichen finanziellen Aufwand oft nicht stemmen. Um die Daseinsfürsorge zu erhalten, werden Pflegeeinrichtungen und ambulante Diensten bei der Anwerbung finanziell unterstützt.

  • Förderrichtline Integration

    Die Integration internationaler Pflegekräfte und -azubis aus EU-Drittstaaten in Kliniken, Pflegeeinrichtungen und in ambulanten Pflegediensten werden finanziell unterstützt, um den Menschen das Ankommen und auch das „Bleiben“ zu erleichtern.

  • Vereinfachung der Anwerbung von internationalen Pflegepersonen

    Das Saarland hat eine Absichtserklärung mit der Universität des mexikanischen States Oaxaca unterzeichnet. Damit sollen unter anderem akademisierte Pflegepersonen aus Mexiko für den saarländischen Arbeitsmarkt gewonnen werden.

    Es werden außerdem Maßnahmen unterstützt, in denen ein Teil des Anerkennungsverfahren bereits im Land der Anwerbung erfolgen soll. Dies geschieht normalerweise erst, wenn die Menschen in Deutschland angekommen sind.

    Im Saarland wurde ein Runder Tisch („Ankommen im Saarland“) einberufen, der die Prozesse der Einreise und Berufsanerkennung erleichtern soll.

    Darüber hinaus werden im Saarland weitere Integrationsprojekte für internationale Pflegepersonen finanziell unterstützt. 

  • Ausbildungslotsen und Ombudsstelle Pflegeausbildung

    Es wird immer wichtiger, jungen Menschen Hilfestellungen in den ersten Jahren der Berufsausbildung zu geben. Deshalb werden seit 2025 Ausbildungslotsen an den Pflegeschulen eingesetzt. Diese haben die Aufgabe, die Auszubildenden von Beginn an zu begleiten und Ausbildungsabbrüche zu reduzieren. So können mehr ausgebildete Pflegepersonen eingesetzt werden. 

    Zusätzlich wurde die bereits bestehende „Koordinierungsstelle Pflegeausbildung“ zu einer „Ombudsstelle für die Pflegeausbildung“ erweitert.  Betroffene mit Problemen in der Ausbildung können sich dorthin wenden.

  • Start des APN (Advanced Practice Nursing – Erweiterte Pflegepraxis)-Weiterbildungs- und Masterstudiengangs an der Universität des Saarlandes 2025

    Hiermit sollen Pflegefachpersonen für die „erweiterte Pflegepraxis“ qualifiziert werden. Auch werden darin neue Versorgungsmodelle und spezialisierte klinische Rollen erarbeitet und erprobt werden.

  • Einrichtung eines primärqualifizierenden Pflegestudiengangs an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) zum Semester 2027/28

    Ziel des Pflegestudiengangs ist es, die Pflegeausbildung und Pflegequalität breiter aufzustellen.

  • Gründung der 1. Interprofessionellen Ausbildungsstation („IPSaar“) im Saarland am UKS

    Hier leiten Ärzte und Pflegepersonen kurz vor Ende ihrer Ausbildung gemeinsam und unter Aufsicht eine Station. Diese Zusammenarbeit trägt zu einer besseren Pflege, einem respektvolleren Umgang der Berufe miteinander und der Vorbeugung gegen den „Praxisschock“ (der zur Berufsaufgabe führen kann) bei.

  • Jährlicher Kongress „Young Help and Care” für junge Menschen in Gesundheitsberufen
  • Positive Öffentlichkeitsarbeit

    Die Öffentlichkeitsarbeit beinhaltet eine breit angelegte Pflegekampagne, um positive Botschaften über den Pflegeberuf in die Gesellschaft zu bringen. Hierzu gab es viele Beiträge in Medien, aber auch Außen- und Straßenwerbung mit Großplakaten. Außerdem gab es Gemeinschaftsaktionen, wie das "Pflegeherz", an dem sich über 600 Unterstützerinnen und Unterstützer aus der Pflege beteiligt haben. 

    Ein Kernstück der Öffentlichkeitsarbeit zur Konzertierten Aktion Pflege Saar sind Veranstaltungen. Auch hier stehen immer die positiven Seiten des Pflegeberufs und auch die Pflegebeschäftigten im Vordergrund (zum Beispiel Pflegetag Saar). Auch Fachveranstaltungen und Fortbildungen werden regelmäßig angeboten.

Ergebnisse

In den letzten vier Jahren konnte festgestellt werden, dass sich die Stimmungslage in der Pflege im Saarland verbessert hat. Die Bemühungen der „KAP Saar“ haben sich schnell in unserem kleinen Bundesland herumgesprochen. Über 360 Personen bringen sich überwiegend aktiv in die Arbeit ein. Dadurch ist eine Austauschmöglichkeit entstanden, die es vorher in dieser Art nicht gab. Das macht die Wege für die Lösung von Problemen kürzer und einfacher.  

Eine spürbare Verbesserung ist bei den Ausbildungszahlen und bei der Anwerbung internationaler Pflegepersonen zu verzeichnen.

Die Verbesserung der Situation in der Pflege ist nicht nur eine unternehmerische, sondern auch eine politische Aufgabe. Viele Probleme vor Ort sind leider an Entscheidungen geknüpft, die nicht im Saarland getroffen werden können. Deshalb bringen wir regelmäßig konkrete Anregungen über parlamentarische Verfahren oder über die Fachministerkonferenzen auf Bundesebene ein.

Website

Konzertierte Aktion Pflege Saar 

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