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Erfolgsstory Übergangsmanagement – In Hamburg geht niemand verloren
Hamburgs Übergangsmanagement zeigt Erfolg. Schulabgängerinnen und -abgänger werden nach der 10. Klasse eng begleitet und ihr Verbleib sorgfältig analysiert. Das funktioniert: Im Jahr 2023 gingen 44,3 Prozent der Schulabgängerinnen und -abgänger in eine Ausbildung über, ein bisheriger Spitzenwert. Was macht Hamburg richtig?

Berufsorientierung ist laut Hamburgischem Schulgesetz ein besonderer Bildungsauftrag. „Auf allen Schulstufen und in allen Schulformen der allgemeinbildenden Schule ist in altersgemäßer Form in die Arbeits- und Berufswelt einzuführen und eine umfassende berufliche Orientierung zu gewährleisten“, so heißt es in § 2 Abs. 3. Dieser Auftrag wird ernst genommen. Seit mehr als zehn Jahren gibt es vielfältige, reformierte Angebote in den allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen sowie die frühzeitige Arbeit der Jugendberufsagentur Hamburg vor Ort in den Schulen, welche die Jugendlichen bei ihrem Weg in den Wunschberuf unterstützen. Ein gut verzahntes Übergangsmanagement sichert den Übergang von der Schule in den Beruf. Das gemeinsame Motto aller Beteiligten lautet: „Niemand darf verloren gehen, jede:r wird gebraucht.“
Konkret heißt das: Die Schulen und die Mitarbeitenden der Jugendberufsagentur Hamburg begleiten Schulabgängerinnen und -abgänger eng und analysieren den Verbleib aller Jugendlichen nach Klasse 10 sorgfältig, unterstützen bei der Ausbildungsplatzsuche oder stellen sicher, dass noch schulpflichtige Jugendliche ohne Ausbildungsplatz in der dualisierten Ausbildungsvorbereitung ihren Weg in Ausbildung finden. Im zehnten Jahr und Dank mehrerer Schulreformmaßnahmen sind so viele Jugendliche wie noch nie zuvor direkt nach Klasse 10 von der Stadtteilschule in eine Berufsausbildung übergegangen: 1.897 von 4.281 Schulabgängerinnen und Schulabgängern haben im Jahr 2023 unmittelbar eine Ausbildung aufgenommen. Das sind 44,3 Prozent der Abgängerinnen und Abgänger, ein bisheriger Spitzenwert. Besonders beeindruckend wird er, wenn man ihn in Relation setzt: Noch 2012, vor dem neuen Übergangsmanagement, betrug die Übergangsquote in Ausbildung nur 25 Prozent. Pressemitteilung zu den Übergangszahlen 2023.
Was hat Hamburg verändert, um so eine deutliche Steigerung zu erreichen?
Frühe berufliche Orientierung für einen reibungslosen Start in den Traumberuf
Im Schulfach „Berufsorientierung“ lernen die Jugendlichen an den Stadtteilschulen zwischen Klassestufe 8 und 10 in einem individuellen beruflichen Orientierungsprozess ihre Interessen und Stärken kennen. In Pflicht- und Wahlmodulen ist der Bezug zur Praxis oder zum Betrieb ausgestaltet und in zwei dreiwöchigen Berufspraktika können sich die Jugendlichen im betrieblichen Alltag erproben. Zusätzliche Beratungen in Kooperation mit der Jugendberufsagentur an den Schulen sind dabei eine wichtige Unterstützung. So entwickeln die jungen Menschen bereits frühzeitig berufliche Perspektiven, reflektieren betriebliche Praktika, schreiben Bewerbungen und planen ihre nächsten Schritte. Zusätzlich gibt es seit dem Schuljahr 2020/21 Praxisklassen in der Jahrgangsstufe 10, in denen die Schülerinnen und Schüler berufliche Erfahrungen durch das Lernen in Schule und Betrieb sammeln und dabei auch durch Mentor:innen der Berufseinstiegsbegleitung unterstützt werden.
Lückenlose Begleitung nach Klasse 10
Die Schulen und die Mitarbeitenden der Jugendberufsagentur begleiten Schulabgängerinnen und -abgänger eng und analysieren den Verbleib aller Jugendlichen nach Klasse 10 sorgfältig. So soll niemand verloren gehen, es wird zudem niemand allein gelassen. Angesichts der knapp 10.000 jungen Menschen in der Klassenstufe 10 an Stadtteilschulen, ReBBZ (Regionalen Bildungs-und Beratungszentren) (ehemals Förderschulen) sowie Schulen in privater Trägerschaft ist es eine große Leistung aller Beteiligten, den weiteren Weg aller Schülerinnen und Schüler zu prüfen und in ungeklärten Fällen genau nachzufragen. Im Jahr 2023 blieben lediglich drei Verbleibe von Schulabgänger:innen bis zum Stichtag 30. September 2023 ungeklärt. Hier wurde ein Absentismusverfahren eingeleitet. Vor Einführung dieses Hamburger Übergangsmanagements im Jahr 2012 war der Verbleib von über 1.500 jungen Menschen unbekannt.
Berufsqualifizierung mit Ausbildungsgarantie: Die Hamburger Brücke in Ausbildung
Die Berufsqualifizierung im Hamburger Ausbildungsmodell (BQ) baut Jugendlichen und jungen Erwachsenen Brücken in den Ausbildungsmarkt. Die BQ ist ein Ausbildungsangebot der Schulform Berufsfachschule in Kooperation mit Betrieben. Inhaltlich und zeitlich deckt sie das erste Ausbildungsjahr des jeweiligen Ausbildungsberufes vollständig ab. Während der Qualifizierung absolvieren die Teilnehmenden praktische Lernphasen in Betrieben.
Ziel von BQ ist es, Schulabgängerinnen und -abgänger, die bereits berufswahlentschieden sind, jedoch keinen Ausbildungsplatz finden konnten, den Weg in eine Ausbildung zu ebnen. Deshalb ist auch der Wechsel in ein Ausbildungsverhältnis flexibel innerhalb des Schuljahres möglich. Findet sich trotz erfolgreichem BQ-Jahr kein Ausbildungsbetrieb, wird im Rahmen der Hamburger Ausbildungsgarantie der Übergang in geförderte Ausbildung sichergestellt.
11. Schulpflichtjahr
Die Schulpflicht wurde in Hamburg von zehn auf elf Jahre angehoben. Dieser entscheidende Schritt macht die enge Begleitung und die Analyse der Verbleibe von Schulabgängerinnen und -abgänger nach Klasse 10 überhaupt möglich.
Alle ziehen an einem Strang
Die enge Zusammenarbeit zwischen der Behörde für Schule und Berufsbildung mit dem Hamburger Institut für Berufliche Bildung, der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter team.arbeit.hamburg, der Handelskammer und Handwerkskammer sowie der Sozialbehörde, den Bezirken und anderen Partnern im Bereich der berufliche Bildung machen ein gut verzahntes Übergangsmanagement erst möglich. Gemeinsame Strukturen wie die Jugendberufsagentur und Bündnisse wie das Hamburger Fachkräftenetzwerk tragen ganz entscheidend dazu bei, dass die vielen Facetten des Übergangs nach Klasse 10 mitgedacht werden. Dadurch geht niemand verloren und es findet jede und jeder ein passgenaues Angebot, welches mit den persönlichen Stärken aber auch Bedürfnissen, eventuell notwendigen Unterstützungsstrukturen und den individuellen Zielen im Leben zusammenpasst.
Jugendberufsagentur Hamburg
In der Jugendberufsagentur Hamburg haben sich öffentliche Einrichtungen zusammengetan, um jungen Menschen beim Einstieg in das Berufsleben zu helfen. Partner sind die Behörde für Schule und Berufsbildung, die Agentur für Arbeit Hamburg, das Jobcenter team.arbeit.hamburg, die Bezirksämter sowie die Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration (kurz: Sozialbehörde). Die Beratung und Unterstützung in der Jugendberufsagentur deckt dank der Beteiligung der unterschiedlichen Partner alles von der Berufs- und Lebensplanung über finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten bis hin zu Hilfe bei gesundheitlichen Problemen oder persönlichen Krisen ab.