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Regionales Projekt

„Morgenohr“ Chemnitz – Anrufdienst gegen Einsamkeit im Alter

Stadt Chemnitz in Sachsen

Ziele

  • Daseinsvorsorge sichern
  • soziales Miteinander vertiefen
  • Entlastung professioneller Hilfsangebote

Beschreibung

Im Stadtgebiet Chemnitz wohnen um die 20.600 Menschen im Alter über 80 Jahren, davon konservativ geschätzt 2.000 sozial isoliert. Soziale Isolation ist lokal vermutlich verglichen mit dem gesamten Bundesgebiet überdurchschnittlich verbreitet, weil berufliche Mobilität der Kinder häufiger zu größeren Entfernungen der Wohnorte von Eltern und Kindern geführt hat. Auskünfte von Vertretern sozialer Dienste, Tätigen in der medizinischen Versorgung und ehrenamtlich für ältere Menschen Engagierten bestätigen den Bedarf nach Linderung sozialer Isolation unter betroffenen älteren Chemnitzer Bürgerinnen und Bürger.

Regelmäßige Anrufe („Hausbesuch per Telefon“, „Wohlfühlanrufe“) sind eine etablierte Maßnahme, um sozialer Isolation zu begegnen und Einsamkeit zu lindern. Anrufdienste richten sich vor allem an alleinlebende, mobilitätseingeschränkte ältere Menschen, deren soziales Netz sich ausgedünnt hat. Ihre Ausgestaltung variiert. Das Projekt „Morgenohr“ lehnt sich an ein etabliertes Projekt in Finnland an, welches auch in Schwäbisch Gmünd aufgegriffen wurde. Die Klienten des „Morgenohrs“ werden regelmäßig von ehrenamtlichen Helfern angerufen. Neben der Linderung von Einsamkeit stellen die Anrufe sicher, dass es den Klienten gut geht. Im Bedarfsfall wird ehrenamtliche oder professionelle Hilfe vermittelt über den hauptamtlichen Mitarbeiter der Volkssolidarität, die Netzwerke der Volkssolidarität und den Seniorensozialdienst der Stadt Chemnitz. Notsituationen werden vermieden beziehungsweise frühzeitig erkannt. Die Anrufe des Morgenohrs heben die Stimmung und vermindern Sorgen und Angst. Notdienste werden seltener aus aufgeschaukelter Angst gerufen und so entlastet.

Das aus dem Anrufdienst hervorgegangene „Morgenohr“-Café ist als Begleitangebot gedacht, damit sich sowohl die im Projekt Aktiven als auch am Morgenohr Interessierte persönlich kennenlernen und austauschen können. Das Projekt mit seinem Motto „Mal wieder reden“ zielt darauf ab, älteren Menschen eine Möglichkeit zu bieten, regelmäßig mit anderen Menschen zwanglos in Kontakt zu treten. Telefonpatenschaften werden gebildet, bei denen engagierte Freiwillige und die Teilnehmenden sich zu Telefongesprächen treffen, auch um Aktivitäten und soziale Unterstützung zu fördern. Das „Morgenohr“-Café bietet den idealen Raum für die ersten Treffen zwischen Telefonierenden, die sich auch einmal die Hand schütteln möchten.

Besonderheiten

Das „Telefonie-Projekt“, initiiert von der Technischen Universität Chemnitz und der Volkssolidarität Chemnitz, hat bereits mehr als 50 Patenschaften zusammengeführt. In zahlreichen Gesprächen konnten individuelle Hilfestellungen vermittelt und bei Bedarf auch Beratungen angeboten werden. Momentan sind 12 Ehrenamtliche darunter, die mit mindestens drei Patenschaften regelmäßige Gespräche führen. Die Angerufenen sind sämtlich im Seniorenalter.

Der Krieg in der Ukraine, die Energiekrise und die gestiegenen Preise sind Dinge, die viele Menschen gegenwärtig sehr beschäftigen. So auch die Menschen, zumeist Alleinstehende, die von den Paten telefonisch besucht werden. Einige haben solch schwierige gesellschaftliche Situationen bereits erlebt und steigern sich hinein. Mit entsprechenden Schulungen sollen die Ehrenamtlichen für den Umgang mit diesen besonderen Umständen bei ihren Telefonbesuchen sensibilisiert und gestärkt werden.

Projektträger

Volkssolidarität Stadtverband Chemnitz e. V. in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Chemnitz

Website

www.morgenohr.de

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