Regionales Projekt
mobisaar – Mobilität für alle
Regionalverband Saarbrücken sowie Landkreise Saarlouis, Neunkirchen und Saarpfalz-Kreis im Saarland

Ziele
- mobilitätseingeschränkten Menschen die Nutzung von Bus und Bahn erleichtern und damit ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sichern, auch in ländlichen Gegenden im Saarland
- bestehende Barrieren im ÖPNV durch moderne Dienstleistungen und Techniken überwinden und damit die Attraktivität des öffentlichen Verkehrsangebotes steigern
Beschreibung
Bis 2030 wird die Zahl der über 75-Jährigen stark zunehmen. Diese Entwicklung hat Auswirkungen auf die öffentliche Daseinsvorsorge, zu der auch der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) gehört. Dabei steht der ÖPNV vor einer doppelten Herausforderung: Zum einen wird sich seine Kundenstruktur stark ändern, zum anderen wird die Versorgung auf dem Land immer schwieriger, da die Nachfrage tendenziell sinkt und angesichts der Schuldenbremse mit geringeren staatlichen Ausgleichszahlungen gerechnet werden muss.
Neben den Älteren sind auch Menschen mit Behinderungen auf ein entsprechendes Angebot im ÖPNV angewiesen. Fast 11 Prozent der Saarländerinnen und Saarländer leiden unter einer Behinderung, mehr als die Hälfte davon an einer erheblichen Gehbehinderung.
Das Projekt „mobisaar“ baut auf den Ergebnissen des abgeschlossenen Projektes Mobia (Mobil bis ins Alter) auf. Der ursprünglich von dem Verkehrsunternehmen Saarbahn in Saarbrücken angebotene Mobia-Service ist an das neue mobisaar-Konzept angepasst worden und wird in mehreren Schritten auf das gesamte Saarland ausgedehnt. Kernelemente sind von sogenannten Mobilitätslotsen angebotene Dienstleistungen verbunden mit einer Anwendung über ein Smartphone (Fahrgast-App, Lotsen-App): Die Lotsen helfen beim Ein- und Aussteigen und begleiten bei Bedarf Fahrgäste während der gesamten Fahrt mit Bus und Bahn. Sie können per App, aber auch per Telefon oder E-Mail gebucht werden.
Eingesetzt werden als „hauptamtliche Lotsen“ Beschäftigte des öffentlich geförderten Arbeitsmarkts. Dieses hauptamtliche Lotsennetz soll im Verlauf des Projektes vor allem in den ländlichen Regionen durch ehrenamtliche Lotsen ergänzt werden. Darüber hinaus sollen für Regionen mit einem geringen ÖPNV-Angebot Mitfahrgelegenheiten im Auto organisiert werden. Zur Koordination dieser Mitfahrgelegenheiten wird eine zusätzliche App für „spontanfreiwillige Lotsen“ (Autofahrer, die spontan eine Mitnahme in ihrem PKW zusagen) entwickelt.
Seit der Ausweitung des mobisaar-Services auf den Landkreis Saarlouis im Mai 2019 können bereits rund 81 Prozent der Saarländerinnen und Saarländer den Service nutzen.
Besonderheiten
Neben vier weiteren Projekten ist mobisaar 2015 vom damaligen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Wettbewerb „Innovationen für Kommunen und Regionen im demografischen Wandel – InnovaKomm“ aus einem Pool von insgesamt 187 Bewerbern ausgewählt worden.
Projektträger
Saarländische Nahverkehrs-Service GmbH (SNS)