Regionales Projekt
LebensPhasenHaus
Tübingen in Baden-Württemberg
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Ziele
- selbstbestimmtes Wohnen für Menschen mit Hilfsbedarf mit Hilfe von sozialen und technischen Innovationen ermöglichen und zukunftsorientierter gestalten
- relevante Akteure aus der Öffentlichkeit, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft (zum Beispiel Anwender, Angehörige, Sozial- und Gesundheitsdienste, Medizintechniker, Bauträger, Versicherungen und Gemeinden) so früh wie möglich in die Lösungsentwicklung einbeziehen
- als Basis eines „Living Lab“ das Zusammenwirken von Akteuren in Wertschöpfungsnetzwerken entlang des Innovationsprozesses ermöglichen beziehungsweise orchestrieren und entwickelte Lösungen „live“ in Haushalten testen, um Schnittstellenprobleme praktisch anzugehen
Beschreibung
Die älter werdende Gesellschaft und der Wunsch nach einem eigenständigen Wohnen stellt die Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft vor die Herausforderung, Menschen mit Hilfsbedarf das Leben zu Hause möglichst lange zu ermöglichen. Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie man Familien und Alleinlebende durch moderne Technologien und neue soziale Praktiken darin unterstützen kann, damit sie in allen Lebensphasen komfortabel, sicher und mit hoher Lebensqualität wohnen können.
Das LebensPhasenHaus (LPH) ist ein Ort für Forschung, Demonstration und Wissenstransfer zum Thema „selbstbestimmtes Wohnen“. Es handelt sich um eine Innovationsinfrastruktur, die vor allem von der Universität Tübingen in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum und anderen regionalen Akteuren betrieben wird, um zwei großen Trendbereichen gerecht zu werden: Digitalisierung und demografischer Wandel. Das LPH geht davon aus, dass die Verzahnung von sozialen und technologischen Innovationen, die Beteiligung von Endnutzern und anderen Stakeholdern am Innovationsprozess (bedarfsorientierte Innovationsentwicklung) und die Vernetzung der verschiedenen Akteure (Aufbrechen von Silos) einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung dieser Chancen leisten.
Der Wandel soll ganzheitlich betrachtet werden, was auch die soziale und insbesondere die politische Ebene einschließt. Das Haus dient daher als Plattform für viele Vernetzungsaktivitäten auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene, aber auch innerhalb Europas als Ganzes. Zudem können sich auch Interessierte vor Ort über den Einsatz altersgerechter Assistenzsysteme informieren. Darüber hinaus bietet das Gebäude Raum für Schulungen, zum Beispiel für und durch Pflegekräfte und Ärzte, aber auch Unternehmen, Handwerker und andere praxisnahe Akteure.
Indem das LPH diesen Austausch ermöglicht, trägt es zur Verbreitung von Wissen bei, denn Innovationen werden von und für Menschen gemacht.
Das LebensPhasenHaus wurde im Mai 2015 offiziell durch die damalige baden-württembergische Ministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren, Katrin Altpeter, eröffnet.
Seit November 2015 ist es freitags von 13 bis 17 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. Es finden Führungen durch vom Kreisseniorenrat organisierte Senioren-Technik-Begleiter statt.
Besonderheiten
Das LebensPhasenHaus ist die Basis eines „Living Lab“, in dem relevante Akteure so früh wie möglich in die Lösungsentwicklung einbezogen werden, damit anwenderfreundliche und nachhaltige Produkte und Leistungen entwickelt und in einer häuslichen Umgebung im wirklichen Einsatz getestet und validiert werden können, so dass Innovationen dort ankommen, wo sie gebraucht werden: bei den Menschen.
2016 wurde es von der Robert-Bosch-Stiftung mit dem Deutschen Alterspreis ausgezeichnet.
Projektträger
Eberhard Karls Universität Tübingen