Regionales Projekt
Lange mobil und sicher zu Hause
25 Standorte im Land Brandenburg

Ziele
Gesundheitsförderung Hochaltriger:
- Bewegungsförderung zum Erhalt körperlicher und geistiger Mobilität zu Hause lebender Menschen
- Alltagsbewältigung sichern, Pflegebedürftigkeit verringern und soziale Isolation verhindern
- Sturzprävention stärkt Selbstvertrauen und ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe
Förderung des ehrenamtlichen Engagements aktiver Älterer:
- Förderung des freiwillig bürgerschaftlichen Engagements in der Region
- Prävention durch Bewusstmachung möglicher eigener Einschränkungen im Alter
Beschreibung
Im bundesweiten Vergleich altert Brandenburg überdurchschnittlich stark: Ein Viertel der Bevölkerung hat bereits das 65. Lebensjahr erreicht oder überschritten, Prognosen sehen einen Anstieg dieses Anteils auf 31 Prozent im Jahr 2030 voraus. Damit wird auch die Zahl der Hochaltrigen im Land Brandenburg überdurchschnittlich steigen.
Die meisten älteren Menschen leben zu Hause und ein großer Teil, vor allem Frauen, lebt allein. Insbesondere im ländlichen Raum sind viele armutsgefährdet und durch fehlende Infrastruktur eingeschränkter Mobilität unterworfen, die häufig zum Verzicht auf notwendige medizinische Maßnahmen führt. Gesundheitliche Beeinträchtigungen und soziale Isolation nehmen zu und lassen oft Pflegebedürftigkeit früher eintreten.
Gleichzeitig wächst die Zahl der Menschen im Ruhestand, die eine sinnvolle Aufgabe suchen, sich für andere zu engagieren und zur Gestaltung unserer Gesellschaft beitragen wollen.
Studien zeigen, dass freiwilliges bürgerschaftliches Engagement unter älteren Erwachsenen nicht nur die Gemeinschaften stärkt, sondern sich auch positiv auf die physische und psychische Gesundheit auswirkt. Die Beschäftigung mit den Einschränkungen im hohen Alter führt zudem bei vielen Ehrenamtlichen zu eigener Vorsorge durch bewusste Steigerung körperlicher Aktivität.
Das Netzwerk „Lange mobil und sicher zu Hause“ verbindet die Gesundheitsförderung Hochaltriger mit der Förderung des ehrenamtlichen Engagements aktiver Älterer:
- Bewegungsförderung erhält die körperliche und geistige Mobilität in der Häuslichkeit lebender Menschen im hohen Alter und sichert ihre Alltagsbewältigung.
- Bewegungsförderung kann Pflegebedürftigkeit verzögern und der Verbleib in der gewohnten Umgebung wird aktiv unterstützt.
- Bewegungsförderung und Sturzprävention stärken Selbstvertrauen, ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe, verhindern soziale Isolation und erhöhen die Lebensqualität der Hochaltrigen.
- Aktive Ältere, die sich freiwillig bürgerschaftlich engagieren wollen, erhalten so eine sinnvolle Aufgabe in ihrer Umgebung.
Beim Aufbau des Netzwerks 2012/2013 stand im Vordergrund, dass Angebote zur Bewegungsförderung für viele alte und hochaltrige Menschen in Brandenburg aufgrund eingeschränkter Mobilität, fehlender Infrastruktur oder auch fehlendem Selbstvertrauen nicht angenommen werden konnten. Diese Hemmnisse sollte der Ansatz der aufsuchenden Bewegungsförderung in der Häuslichkeit überwinden. „Peer to Peer education“ wurde dabei als besonders wirksam und förderungswürdig erachtet.
Unter wissenschaftlicher Begleitung wurde ein niedrigschwelliges und inklusives Weiterbildungsangebot für interessierte Ehrenamtliche entwickelt und 2014 an drei verschiedenen Standorten erprobt, analysiert und überarbeitet. Darauf basierend werden seitdem den Ehrenamtlichen Kenntnisse zur körperlichen und geistigen Aktivierung ebenso wie zur Sturzprävention inklusive Wirkungen der Übungen sowie Methoden vermittelt. Zudem stehen den ehrenamtlich Tätigen umfangreiche Übungsmittel und -anleitungen zur Verfügung.
Seit 2015 wird das Netzwerk ausgebaut und regional verwurzelte Träger und engagierte Projektinitiator:innen gewonnen, befähigt und landesweit vernetzt. Sie bauen vor Ort Gruppen ehrenamtlich Tätiger auf, die durch sorgfältige Schulung zur Bewegungsförderung qualifiziert werden.
Mittlerweile kann das Netzwerk auf über 250 Ehrenamtliche in ganz Brandenburg zurückgreifen, die über 760 hochaltrige Menschen beim Besuch in der Häuslichkeit zur Bewegung und Sturzprävention animieren.
Besonderheiten
Die regionalen Träger ermöglichen die Akquise, Koordination und fachliche Begleitung der ehrenamtlich Engagierten vor Ort.
Die bei der Akademie 2. Lebenshälfte verortete Netzwerkkoordinatorin vernetzt die einzelnen Gruppen, fördert den Austausch und die kontinuierlichen Fortbildungen.
Neben der regelmäßigen 2-monatlichen Dokumentation der Aktivitäten am Standort erfolgt zum Zweck der Qualitätssicherung die jährliche Dokumentation der ehrenamtlich Tätigen und der Nutzerinnen und Nutzer des Angebots.
Projektträger
Förderverein Akademie 2. Lebenshälfte im Land Brandenburg e. V.