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Regionales Projekt

halle.neu.stadt.2050

Stadt Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt

Ziele

  • die Großwohnsiedlung bis 2050 zum klimaneutralen und sozial funktionsfähigen Stadtteil der Zukunft transformieren
  • die Neustadt mit angrenzendem Wissenschafts- und Technologiepark weinberg campus und den Einfamilienhaus-Wohngebieten in Nachbarschaft enger verbinden
  • einen Brückenschlag zwischen wissenschaftlicher, internationaler Exzellenz und interkulturellem Sozialraum entwickeln
  • Bürger zu kreativem Engagement für ihr Wohn-, Arbeits- und Lebensumfeld in Neustadt anregen

Beschreibung

Die Chemiearbeiterstadt Halle-Neustadt wuchs bis in die 1980er Jahre rasant. Die Bevölkerung des eingemeindeten Hallenser Stadtteils hat sich jedoch von 94.000 auf heute rund 47.000 halbiert. Die vormals begehrte Plattenbausiedlung verlor ihren Glanz im Wettbewerb mit restaurierten Altbauten in der Innenstadt, Wohneigentum in Stadt und Umland oder wegen der arbeitsbedingten Abwanderung insbesondere junger Leute. Weiterhin ist das Gebiet durch Arbeitslosigkeit, Überalterung, den Zuzug vieler Migranten, Kinderarmut und Alleinerziehende gekennzeichnet.

Seit 2001 gibt es ein Quartiermanagement, das unter anderem Aktivitäten im Rahmen der Programme Soziale Stadt und Stadtumbau Ost umsetzt. In der Nachbarschaft von Halle-Neustadt hat sich mit dem weinberg campus der zweitgrößte Technologiepark Ostdeutschlands und Sitz der naturwissenschaftlichen Fakultäten der Universität entwickelt. Um Halle-Neustadt weiterzuentwickeln bewarb sich Halle im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Zukunftsstadt”.

In der ersten Phase des Projektes Zukunftsstadt wurde mit intensiver Bürger- und Akteursbeteiligung eine Zukunftsvision bis zum Jahr 2050 entwickelt. Dazu wurde ein gut vernetztes Zukunftsstadtteam aus Stadtverwaltung, Quartiermanagement, wissenschaftlichen Instituten, dem halleschen Fraunhofer Institut IMWS und engagierten Vereinen gegründet. Die erfolgreiche Projektentwicklung zur Zukunftsstadt halle.neu.stadt 2050 katalysierte viele Ideen und verstärkte die Kooperation mit dem Wissenschaftsstandort weinberg campus, wo an Sanierungsstrategien, klimaneutralen Energie-Infrastruktursystemen und grünen Mobilitätskonzepten gearbeitet wird. Halle-Neustadt soll im Rahmen der weiteren Projektstufen zum „Reallabor“ des Wissenschaftsstandortes werden, um die frühere sozialistische Vorzeigestadt international beispielgebend weiterzuentwickeln.

Phase 1 (Juli 2015 – Mai 2016):

  • zwei Zukunftswerkstätten, Bürgerumfrage sowie mehr als zehn thematische Workshops mit Bürgern, lokalen Akteuren und externen Experten
  • Generierung von Projektideen in vier „Laboren“ (Kommunikationslabor, Gründungslabor, Technologielabor, Soziallabor)
  • Entwicklung der Vision für die Großwohnsiedlung, eine Modellstadt für den erfolgreichen Wandel von Abwanderung bedrohter Satellitenstädte zu werden

Phase 2 (Januar 2017 – Juni 2018):

  • Entwicklung einer Umsetzungskonzeption in drei Aktionsfeldern:
  1. neu.stadt.campus: Weiterentwicklung eines Schulkomplexes zum neuen Bildungsmodell für Großsiedlungen; Quartiersmittelpunkt für Schüler und Erwachsene, insbesondere bildungsferne Haushalte, durch Integration von Schule, Senior Academy und Außenstelle Wissenschaft
  2. Innovationsquartier Weinberg Süd: Transformation von Stadtumbau Rückbauflächen zur Gewinnung neuer Wohn-Zielgruppen in Neustadt; Hineinwachsen des Wissenschaftsstandortes in die Großsiedlung
  3. frei.raum.mitgestalten: neue Beteiligungsformate bei der Lebenswelt- und Wohnumfeldgestaltung auch für beteiligungsferne Schichten sowie Migranten über den Modus „Kunst“

Phase 3:

Aufgrund der sehr guten Ergebnisse in Wettbewerbsphase 2 und der hohen Resonanz des Projektes in Halle hatte sich die Stadt mit einem Konzept für Phase 3 des Wettbewerbes Zukunftsstadt beworben. Im Oktober 2018 traf eine Expertenjury die Auswahl der verbleibenden 7 Kommunen, die eine Förderung für Phase 3 bekommen. Halle hat diese finale Wettbewerbsphase nicht erreicht, möchte die ihm Rahmen des Bundeswettbewerbs begonnenen Projekte aber fortsetzen.

Besonderheiten

Kreative Beteiligungsformate und eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Die entwickelte Vision ist weitreichend und räumlich-konkret. Das Projekt ist eines von 23 bundesweit, die in die zweite Wettbewerbsphase übernommen wurden.

Projektträger

Stadt Halle (Saale)

Website

www.halle.neu.stadt-2050.de

Weitere Informationen

Projektbeschreibung und Informationen auf der Website der Landesregierung Sachsen-Anhalt

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