Regionales Projekt
Digital barrierefrei – einfach für alle
Hamburg

Ziele
Hauptziel ist die digitale Teilhabe für alle durch digital barrierefreie Zugänge zu allen Informationen der Stadt Hamburg.
Meilensteine:
- Sensibilisierung der Beschäftigten durch Schulungen und Wissenstransfer vor allem im Intranet (FHH-Portal) der Stadt Hamburg.
- Entwickeln eines digitalen Werkzeugkoffers mit leicht verständlichen Standards als Arbeitshilfen zur Umsetzung der digitalen Barrierefreiheit in der Hamburger Verwaltung.
- Entwickeln eines digital barrierefreien Content-Leitfadens zur digital barrierefreien Kommunikation in Wort und Bild nach dem Mehr-Kanal-Prinzip (Webseiten, Intranet, soziale Medien etc.).
- anlassbezogene Beteiligung von Menschen mit diversen Einschränkungen unterschiedlichen Alters als Testpool (PopUp-Community of Pratice) an der Entwicklung neuer Technologien für die Stadt Hamburg.
Beschreibung
Knapp 20 Prozent aller Hamburgerinnen und Hamburger sind im Seniorenalter, 6 Prozent und damit über 110.000 Hochbetagte mindestens 80 Jahre alt. Der Studie „Wegweiser Kommunen“ der Bertelsmann-Stiftung zufolge nimmt die Anzahl der Menschen ab 80 Jahren bereits ab dem Jahr 2027 deutlich zu.
Die meisten Menschen ab 50+ erleben die Hamburger Verwaltung als Bürgerinnen und Bürger. Viele davon arbeiten jedoch auch in der Hamburger Verwaltung als größte Arbeitgeberin der Stadt. Die Bevölkerungspyramide zeigt, dass der Anteil älterer Menschen auch in Hamburg steigt.
Deswegen möchte das Projekt gemeinsam mit dem Personalamt zu einem Kulturwandel beitragen, hin zu einer weiteren inklusiven Öffnung – durch mehr digitale Barrierefreiheit. Da das Potenzial der Erwerbstätigen in Hamburg Studien zufolge konstant bleibt, aber immer älter wird, geht es in dem Projekt zugleich darum, die Beschäftigungsfähigkeit aller zu erhalten. Denn der überwiegende Teil an Einschränkungen wird nicht bei der Geburt, sondern im Laufe des Lebens erworben. Wir werden alle älter und sind dadurch zunehmend nicht nur situativ oder vorübergehend eingeschränkt, sondern oft auch dauerhaft, während sich die Arbeitswelt durch die Digitalisierung stetig weiterentwickelt. In diesem Kontext nutzt das Projekt die Digitalisierung als Chance für mehr soziale Teilhabe durch digitale Barrierefreiheit, und zwar für Menschen jeden Alters.
Das Projekt setzt sich dafür ein, allen eine selbstbestimmte digitale Teilhabe zu ermöglichen. Dabei liegt der Fokus auf weitgehend barrierefreien digitalen Infrastrukturen in allen Behörden und Ämtern der Freien und Hansestadt Hamburg. Dabei gilt es, zentrale Qualitätsstandards für die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben zu entwickeln und diese gemeinsam mit Leben zu füllen, und zwar mit Blick auf die Vielfalt potenzieller digitaler Barrieren. Deshalb beteiligt das Projektteam Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen als zentralen Testpool aktiv am Projekt (PopUp-Community of Practice).
Mittel- bis langfristiges Ziel des Projekts ist es, dass alle Beteiligten die digitale Barrierefreiheit als gesellschaftliches Querschnittsthema im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention prozessual von Anfang an mitdenken, indem sie eine stärkere inklusive Haltung und eine Sensibilität für die Themenfelder Diversität und Inklusion entwickeln. Dafür stellt das Projektteam allen Beschäftigten der Freien und Hansestadt Hamburg über ein internes Wissensportal Informationen, Anleitungen, Erklärvideos und ähnliches zur Verfügung, mit denen diese digital barrierefreie Inhalte gestalten können.
Nach einer Planungsphase, die neben konzeptionellen Überlegungen im Kontext bereits vorhandener Strategien der Freien und Hansestadt Hamburg auch den Teamaufbau beinhaltete, ist das Projekt im Sommer 2024 in die Umsetzungsphase gegangen.
Wesentliche Projektfortschritte:
- Die Verteilung von axes-Lizenzen (axesWord und axesPDF) für eine digital barrierefreie Kommunikation in der gesamten Freien und Hansestadt Hamburg.
- Aufbau eines internen Wissensportals für alle Beschäftigten der Stadt mit Arbeitshilfen zur Umsetzung der digitalen Barrierefreiheit.
- Aufbau eines Testpool aus Beschäftigten mit diversen Einschränkungen für anlassbezogene Tests neuer Technologien für die Stadt, unter anderem der Pilotierung von Gebärdensprach-Avataren. Es ist geplant, den Testpool mit kognitiv eingeschränkten Menschen zu ergänzen, die aus der Zivilgesellschaft stammen.
Besonderheiten
Das Projekt testet nicht nur anlassbezogen neue Technologien für die Freie und Hansestadt Hamburg auf deren digitale Barrierefreiheit hin, sondern prüft auch den Einsatz von KI-Tools und anderer Technologien, die die Umsetzung der digitalen Barrierefreiheit in der Hamburger Verwaltung erleichtern. Dafür berät das Projektteam auch mit technischem Wissen zur digital barrierefreien Gestaltung und Veröffentlichung von Informationen.
Projektträger
Senatsämter (Personalamt und Amt für IT und Digitalisierung)