Die Bevölkerung im kleinsten Bundesland Deutschlands ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Trotz der damit verbundenen hohen Herausforderungen sind beide Städte nach wie vor Orte mit hoher Lebensqualität. Sie bieten mit ihren Arbeitsplätzen und vielfältigen Angeboten ein großstädtisches Umfeld und zugleich gut erreichbare naturnahe Erholungsräume.
Die Stadt Bremen hat im Großstadtvergleich zudem einen außergewöhnlich hohen Anteil an Einfamilienhäusern, insbesondere Reihenhäusern. Dieses Charakteristikum ist historisch begründet.
Bereits im Jahr 1864 hielt der Bremer Bauunternehmer Dietrich Bredehorst fest:
Die Sitte in einem eigenen Haus zu wohnen, ist in Bremen bis in die ärmsten Classen verbreitet.
Der Bau großstädtischer Mietskasernen wurde in Bremen nicht verfolgt. Die sogenannten „Bremer Häuser“ prägen bis heute in unterschiedlichen Ausführungen viele Quartiere. Die Quote selbstgenutzten Wohneigentums in der Stadt Bremen ist mit 38,4 Prozent (Zensus 2011) im Vergleich mit anderen Großstädten hoch. In Bremerhaven ist dagegen der Mietwohnungsbau stärker ausgeprägt. Wohnraum ist im Land Bremen, im Vergleich mit anderen Großstädten, noch zu insgesamt moderaten Mieten und Kaufpreisen verfügbar. Allerdings sind auch hier in den letzten Jahren Preissteigerungen erfolgt, die es insbesondere für Haushalte mit niedrigem Einkommen zunehmend schwieriger machen, an bezahlbaren Wohnraum zu gelangen. In der Stadt Bremen ist der Wohnungsmarkt angespannter als in Bremerhaven. Aus Analysen im Rahmen der Erstellung des Stadtentwicklungsplans Wohnen geht hervor, dass in Bremen insbesondere bei kleinen Wohnungen in allen Preissegmenten Nachfrageüberhänge bestehen.
Um die Attraktivität der beiden Städte für die Menschen zu erhalten beziehungsweise auszubauen und neue Einwohnerinnen und Einwohner anzuziehen, ist die Schaffung bezahlbaren Wohnraums für alle Bevölkerungsgruppen eine zentrale Herausforderung. Die Wohnqualität in Bremen und Bremerhaven soll, ebenso wie das quantitative Wohnangebot, weiter verbessert werden. Das bedeutet vor allem eine größere Angebotsvielfalt und eine gezielte Ausrichtung auf die Nachfragegruppen. Schwerpunkte sollen – neben der Bezahlbarkeit des Wohnens – auf Barrierefreiheit, Wohnumfeldverbesserungen, Klimaneutralität und quartiersbezogene Infrastrukturangebote gelegt werden.
Zur Verbesserung des Wohnungsangebots im innerstädtischen Bereich sollen für den Bau neuer Wohnungen die Potenziale der Nachverdichtung für verschiedene Nachfragegruppen genutzt werden. Bestandsquartiere mit ihrer zum Teil ortsbildprägenden Bebauungsstruktur sollen aufgewertet werden, um sie für alle Bevölkerungsgruppen attraktiv zu machen. Für neu entstehende Wohnquartiere sollen neue Formen der Verbindung von Wohnen und Arbeiten, bedarfsgerechte Infrastrukturen sowie moderne Mobilitätskonzepte entwickelt werden.
Wohnungspolitik Bremen und Bremerhaven
Als strategischer Rahmen für die Wohnungspolitik der Stadt Bremen wurde der „Stadtentwicklungsplan Wohnen 2030 – gesamtstädtische Handlungskonzeption“ (STEP Wohnen) im Dezember 2020 von der Bürgerschaft beschlossen. Er dient als strategischer Rahmen für die Entwicklung des Wohnungsmarktes ab 2021 bis zum Jahr 2030. „Lebenswert: Bremen als attraktiver Wohnstandort für alle“ lautet das Oberziel. Die Erreichung dieses Ziels erfolgt durch Maßnahmen, die in fünf Handlungsfeldern gebündelt sind. Diese reichen von „Maßnahmen im Gebäude- und Siedlungsbestand“ (Nachverdichtung, Modernisierung von Beständen, Impulse durch Modellprojekte im Bestand etc.) bis hin zu „Gemeinschaftsaufgabe Wohnen“ (Bremer Bündnis für Wohnen, Fortführung und Weiterentwicklung von Dialogformaten etc.).
Die Stadt Bremerhaven initiiert auf Grundlage ihrer strategischen Wohnbaulandentwicklung 2025 eine bedarfsgerechte und nachfrageorientierte Entwicklung in allen Stadtteilen unter Berücksichtigung des demografischen Wandels und der Barrierefreiheit. In Bremerhaven wird sowohl die Schaffung neuer Quartiere als auch die Sanierung von Quartieren mit vom Verfall bedrohten Häusern fortgesetzt, um die betroffenen Wohngebiete zu stabilisieren.
Beispiele für entstehende Quartiere in Bremen und Bremerhaven
Die 26 Städte und Gemeinden, darunter die Stadt Bremen, des Kommunalverbunds Niedersachsen/Bremen e.V. sind eng miteinander verflochten. Über eine Million Menschen wohnen und arbeiten hier. Für sie spielen im täglichen Leben die Gemeindegrenzen – und im Fall Bremen die Landesgrenze – keine Rolle. Das trifft auch auf die Suche nach Wohnraum zu.
Link
Artikel „Altbremer Häuser: Früher sozialer Wohnungsbau, heute Millionen-Rarität“
Mit welchen Herausforderungen der Wohnungsmarkt der Region zukünftig zu tun haben wird, wurde in der ersten regionalen Wohnungsmarktbeobachtung (2016 bis 2018) ermittelt. Aufbauend auf den Ergebnissen wurde im Anschluss eine regionale Wohnungsmarktstrategie erarbeitet, deren Ziel „Bezahlbares Wohnen für alle“ ist. Die Strategie wurde im Dezember 2020 – nach den politischen Beratungen in den Mitgliedskommunen – von der Mitgliederversammlung beschlossen. Durch Abstimmung und Zusammenarbeit der Kommunen soll dafür gesorgt werden, dass bedarfsgerechter und bezahlbarer Wohnraum in der Region an den Orten und für die Zielgruppen entsteht, für die er benötigt wird. Die Strategie wurde gemeinsam mit Politik und Verwaltungen der Mitgliedskommunen erarbeitet und beinhaltet politische Leitlinien und konkrete Maßnahmen auf regionaler, nachbarschaftlicher und kommunaler Ebene, um die Herausforderungen.
Im Fokus des Mehrgenerationenprojektes in Bremerhaven steht der solidarische Umgang der Generationen. Die Bewohner profitieren von der urbanen Lage mit Infrastruktur und Versorgungsmöglichkeiten.
Der Stadtentwicklungsplan Wohnen 2030 schließt seit 2021 an die bestehende Wohnungsbaukonzeption in der Stadt Bremen an. Das Ziel: ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Wohnangebot für die aktuell oder künftig hier lebende Bevölkerung zu schaffen.
2019 lebten in einem der größten innerstädtischen Stadtentwicklungsprojekte und Hafenrevitalisierungs-Projekte Europas bereits circa 3.100 Menschen.
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